Andacht 2018 12 - Hebräer 10 Vers 24

Andacht von Pfarrerin Margret Noltensmeier (Dezember 2018 - Januar 2019)
Lasst uns aufeinander achthaben und uns zur Liebe anreizen und zu guten Werken. (Hebräer 10, Vers 24)

Liebe Leserinnen und Leser,

…aufeinander achthaben…, das erinnert an eine Haltung, die von vielen Menschen auch in unserer Gesellschaft mehr und mehr als wichtig angesehen wird: die Haltung der Achtsamkeit.
Es ist gut, sich in Achtsamkeit zu üben, Dingen gegenüber, der Schöpfung und vor allem Menschen gegenüber.

Manchmal erkenne ich aber- je mehr ich mich darin üben will- wie unachtsam ich dennoch jeden Tag bin.
Es passieren dann Dinge -aus Unachtsamkeit-, die ich nicht mehr rückgängig machen kann, die jemand anderem dann auch sehr weh tun.
Obwohl ich es nicht gewollt habe.

Manchmal habe ich mich aber auch mit der Unachtsamkeit eines Mitmenschen auseinander zu setzen.
Vielleicht kennen Sie das: Sie sitzen an einem Tisch mit anderen, einige kennen Sie mehr, die anderen weniger.
Aber das Gespräch ist nett und die Leute sind Ihnen durchweg sympathisch.
Doch plötzlich haut Ihr Nebenmann oder Ihre Nebenfrau etwas heraus, was einen anderen am Tisch sehr treffen könnte.
Mir gefällt der Ausdruck „raushauen“, weil tatsächlich etwas losgehauen, abgetrennt wird, was lieber hätte „drin“ bleiben sollen.
Also die Person neben Ihnen haut etwas raus und Sie möchten am liebsten in Grund und Boden versinken.
Sie schämen sich fremd und für den Menschen, den es trifft, ist es Ihnen ungeheuer peinlich.

Dabei ist der oder die, die die Sache „rausgehauen“ hat, eigentlich eine Seele von Mensch.
Er oder sie war „nur“ unachtsam, den Anderen und vor allem auch dem Gebrauch der Sprache und den benutzten Worten gegenüber.
 
Ja, Achtsamkeit der Sprache gegenüber, die ich wähle, ist ein nächstes großes Thema.
So ist es nun, eine Unachtsamkeit, sie ist nicht mehr rückgängig zu machen, sie ist geschehen.

Manchmal können wir sie nur so stehen lassen und darauf vertrauen, dass Nachsicht, Vergebung und auch das Vergessen wirksam sind und ihren Weg finden.

Trotz sollen wir aber nicht nachlassen, aufeinander achtzuhaben und uns zur Liebe und zu guten Werken anzureizen.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und einen friedlichen und behüteten Jahreswechsel,
Ihre Pfarrerin Margret Noltensmeier